Feuerbachs Zimmer
Feuerbachs Zimmer entstand 1992 für eine Einzelausstellung in der Werkstatt und Galerie Wilfriede Maaß in Berlin. Drei großformatige Wandbilder verbanden Malerei und von mir bemalte Keramiken zu räumlichen Installationen.
Ausgangspunkt waren Anselm Feuerbachs Das Gastmahl des Plato sowie Zeichnungen von William Blake. Figuren, Gefäße und ornamentale Formen wurden aus ihren kunsthistorischen Zusammenhängen gelöst und in einen neuen Bildraum überführt. Historische Bildwelten trafen dabei auf eine zeitgenössische, bewusst heterogene Bildsprache.
Die Keramiken waren nicht als Objekte vor der Malerei platziert, sondern Teil der Komposition. Wandbild und Gefäße bildeten ein gemeinsames räumliches Gefüge, in dem gemalte und reale Gegenstände ineinander übergingen. Christoph Tannert beschrieb diese Verbindung 1992 in neue bildende kunst als ein „Raumbild“, in dem die bemalten keramischen Gefäße einen permanenten Wechsel der Blickrichtungen erzeugen.
Dreißig Jahre später rekonstruierte ich für die Ausstellung Zerbrechlich! Ton, Scheibe, Bild: Künstlerkeramik im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus eines der Wandbilder und verband es erneut mit Keramiken aus den frühen 1990er Jahren. Feuerbachs Zimmer wurde so nach drei Jahrzehnten wieder als Zusammenspiel von Malerei, Objekt und Raum sichtbar.
Feuerbachs Zimmer
03.06.–04.07.1992
Werkstatt und Galerie Wilfriede Maaß, Berlin
Rekonstruktion 2022
Zerbrechlich! Ton, Scheibe, Bild: Künstlerkeramik
12.03.–26.06.2022
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Cottbus
Presse
Christoph Tannert, “Der Künstler als fellow traveler“, Neue Keramik, 6/1992
Christoph Tannert, “Abgesang auf den gefrosteten Blick. Referenz: Klaus Killisch“, neue bildende kunst, Berlin, 6/1992, PDF
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