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Die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß

Die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß

DAS MINSK, Potsdam
5. September 2026 – 7. Februar 2027

Die Ausstellung im Kabinettraum des MINSK zeichnet die Geschichte der Werkstatt von Wilfriede Maaß in Ost-Berlin nach. In den 1980er-Jahren war die in der Schönfließer Straße 21 gelegene Keramikwerkstatt, die nach der Wende auch zur Galerie wurde, ein wichtiger Freiraum für nichtkonforme Kunst in der DDR. Zu sehen sind Tee- und Kaffeeservices, Teller, Vasen sowie experimentelle keramische Skulpturen, die in der Werkstatt entstanden sind. Diese Arbeiten aus dem Privatbesitz von Wilfriede Maaß treten in Dialog mit Gemälden aus der Sammlung Hasso Plattner sowie mit Leihgaben bedeutender Weggefährt:innen der Werkstatt.

1980 übernahm Wilfriede Maaß (*1951 in Kaltnordheim) die Werkstatt in Prenzlauer Berg von ihrer Schwester. Unter der Leitung von Maaß wurde diese zu einem Ort der künstlerischen Produktion und des sozialen Miteinanders. Künstler:innen verschiedener Generationen trafen sich dort, um sich auszutauschen und etwas Geld mit dem Bemalen von Keramiken zu verdienen. Die Wärme des Brennofens und die Möglichkeit, ein Telefon mit Anschluss in den Westen zu nutzen, machte die Räume zu einem beliebten Treffpunkt.

In den Anfangsjahren war das Umfeld der Keramikwerkstatt von ehemaligen Studierenden der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden geprägt, etwa Ralf Kerbach, Cornelia Schleime, Helge Leiberg und Christine Schlegel. Nach deren sukzessiver Ausreise in den Westen zwischen 1982 und 1986 suchte Maaß die Zusammenarbeit mit einer neuen Generation von Künstler:innen, die vorwiegend in Berlin lebten, darunter Sabine Herrmann, Klaus Killisch und Susanne Rast. Wenige Ausnahmen wie Karla Woisnitza und Angela Hampel, die in der DDR blieben, schlugen die Brücke zwischen den Generationen.

Nach der Wende entwickelte Wilfriede Maaß die Werkstatt gemeinsam mit Sabine Herrmann, Klaus Killisch und Petra Schramm zu einer Produzent:innengalerie weiter. Ab 1990 wurden immer mehr Künstler:innen zur Ausstellungsteilnahme eingeladen, sodass der Kreis um die Werkstatt stetig wuchs. Steigende Ambitionen und bürokratische Einschränkungen führten 1995 dazu, dass die Galerie in neue Räume in der Berliner Lipschitzstraße umzog. Hier wurden zahlreiche außergewöhnliche Ausstellungen realisiert, darunter auch die 1996 von Mikael Eriksson eingerichtete und berühmte Sake-Bar. 1998 beendete Wilfriede Maaß ihre Tätigkeit in der Galerie und zog mit ihrer Werkstatt nach Schlemm in Mecklenburg-Vorpommern. Heute lebt und arbeitet sie weiterhin auf dem Land.

Mit der Ausnahme von einigen wenigen experimentellen Werken wurden die Keramikobjekte in der Ausstellung von Wilfriede Maaß und ihrer Werkstatt in den 1980er- und 1990er-Jahren geformt und von dem:der jeweils genannten Künstler:in bemalt.

Die Ausstellung wird von Daniel Milnes kuratiert. Angeregt auch durch die Ausstellung brennzeiten von 2014. Mit besonderem Dank an Wilfriede Maaß, Sabine Herrmann und Klaus Killisch

 

Gezeigt werden Keramikobjekte von Sascha Anderson, Romen Banerjee, Mikael Eriksson, Angela Hampel, Sabine Herrmann, Uta Hünniger, MK Kaehne, Ralf Kerbach, Klaus Killisch, Helge Leiberg, Walter Libuda, Werner Liebmann, Wilfriede Maaß, Carsten Nicolai, Susanne Rast, Neo Rauch, Reinhard Sandner, Wolfram Adalbert Scheffler, Hans Scheib, Christine Schlegel, Cornelia Schleime, Petra Schramm, Christopher Simpson, Holger Stark, Gabriele Stötzer, Jan Svenungsson, Karla Woisnitza und Tanja Zimmermann. Aus der Sammlung Hasso Plattner sind Malereien von Sabine Herrmann, Ralf Kerbach, Werner Liebmann und Cornelia Schleime zu sehen neben Leihgaben von Klaus Killisch und Karla Woisnitza.

 

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