brennzeiten
Die Keramik-Werkstatt und Galerie Wilfriede Maaß
ein kollektives Projekt der 80er und 90er Jahre in Ostberlin
kuratiert von Ingeborg Quaas, Sabine Herrmann, Henryk Gericke, Klaus Killisch
Galerie Forum Amalienpark, Berlin
20. September – 25. Oktober 2014
Eröffnung: 19.September 2014, Einführende Worte Gerhard Wolf und Uwe Warnke
Beteiligt Künstlerinnen und Künstler: Renate Anger, Romen Banerjee, Rolf Biebl, Laura Bruce, Mikael Eriksson, Sophie Fabien, Reiner Görß, Angela Hampel, Sabine Herrmann, Uta Hünniger, MK Kaehne, Ralf Kerbach, Klaus Killisch, Peter Krauskopf, Wolfgang Leber, Helge Leiberg, Walter Libuda, Werner Liebman, Ronald Lippok, Rosa Loy, Sarah Marrs, Wilfriede Maaß, Carsten Nicolai, Susanne Rast, Neo Rauch, Reinhard Sander, Frank Sanderink, Mita Schamal, Wolfram Adalbert Scheffler, Hans Scheuerecker, Christine Schlegel, Cornelia Schleime, Petra Schramm, Frank Seidel, Sangare Siemsen, Christopher Haley Simpson, Charlotte Malcolm-Smith, Holger Stark, Karla Woisnitza, Tanja Zimmermann
Veranstaltungen:
1. Oktober 2014, Die Keramikwerkstatt – Der literarische und politische Ort, Bert Papenfuß und Henryk Gericke im Gespräch mit Christoph Tannert
10. Oktober 2014, Von der Küchenlesung zur Keramikwerkstatt, Der Liedermacher Ekkehard Maaß im Gespräch mit Peter Böthig
16. Oktober 2014, Von der Keramikwerkstatt zur Galerie Wilfriede Maaß, Wilfriede Maaß und Petra Schramm im Gespräch mit Sabine Herrmann ►Audio
Zur Ausstellung erschien das Begleitbuch brennzeiten im Lukas Verlag und ein Videointerview mit Wilfriede Maaß
Presse: Tagesspiegel, Berliner Zeitung, TAZ
Die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß in der Schönfließer Straße 21 in Prenzlauer Berg war in den letzten Jahren der DDR ein bedeutendes Zentrum künstlerischer und politischer Opposition.
Bekannt wurde sie zunächst durch illegale Lesungen in der Wohnküche von Ekkehard und Wilfriede Maaß. Ab den frühen 1980er Jahren – nicht zuletzt durch die Aktivitäten des Dichters und IM Sascha Anderson – entwickelte sich die Werkstatt zu einem Treffpunkt unangepasster Künstler und Autoren.
Neben expressiv bemalten Keramiken entstanden hier Künstlerbücher, illegale Zeitschriften, Plakate, Gemälde, Plastiken und Fotografien. Wilfriede Maaß war das stille Zentrum dieser kreativen und subversiven Szene. Ihre Werkstatt fungierte als Atelier, Treffpunkt, Poststelle und Zufluchtsort zugleich.
Viele heute renommierte, damals marginalisierte Künstler – darunter Cornelia Schleime, Angela Hampel, Klaus Killisch oder Sabine Herrmann – arbeiteten dort mit Keramik und sicherten sich damit künstlerisch wie materiell das Überleben.
Ende der 1980er Jahre gründeten Sabine Herrmann, Klaus Killisch, Wildriede Maaß und Petra Schramm die Galerie Wilfriede Maaß in den Werkstatträumen. Künstler wurden eingeladen, mit Keramik zu experimentieren und ihre Ergebnisse im Dialog mit den eigenen künstlerischen Arbeiten auszustellen. Die Galerie zeigte neue Wege im Umgang mit Keramik und war ein Ort spannender Inszenierungen.
Mitte der 1990er Jahre zog sie in die Gipsstraße um und bereicherte das Galerienviertel in Berlin-Mitte. Eine der herausragenden Ausstellungen war die von Mikael Eriksson kuratierte Sake-Bar, bei der Künstler wie Susanne Rast, Laura Bruce, Ronald Lippok, Rainer Görg, Jörg Herold, Neo Rauch, Carsten Nikolai u.a. dafür Sake Geschirr bemalten.
1998 verlegte Wilfriede Maaß ihre Werkstatt nach Mecklenburg.
Wilfriede Maaß – Eine Annäherung.
Das Interview führten Ingeborg Quaas und Sabine Herrmann in Schlemmin am 12.5.2014.
Kamera, Schnitt: Franziska Quaas Licht: Bernhard Freutel
Gefördert durch den Hauptstadt Kulturfond und durch das Kulturamt Pankow






























